Nachhaltigkeit und WIR, eine Ausstellung in der alten Volksschule in Gaas

Ich lebte alles andere als nachhaltig. Ich bin in den 60ern aufgewachsen und in den 90ern Unternehmer geworden. Das Schonen von Ressourcen war schlicht nicht on vogue. Nachhaltigkeit gab es kaum. Ressourcen scheinen zunächst endlos verfügbar zu sein, sind aber dennoch endlich. Auch meine eigenen geistigen und körperlichen Kräfte waren endlich, wie ich des Öfteren verspüren musste.
Mein Name ist Peter Hirschfeld, Kaufmann im Ruhestand, Eigentümer der alten Volksschule und Begründer der Ausstellung „Nachhaltigkeit und wir“.
Es dauert lange bis man zu begreifen beginnt. Man will erfolgreich sein und sich was leisten können, also das Leben genießen. Der Bauer wollte so leben wie ein Bürger, der Bürger wie ein Kaufmann, der Kaufmann wie ein Fürst, und der Fürst wie ein König. Auf diese Sehnsüchte wurden ganze Industrien aufgebaut, welche ohne Bedenken alle Mittel einsetzen, um zu produzieren und zu verkaufen. Konsum und Luxus wurde zum Lebenszweck. Den Rest der Geschichte kennt ihr. In Wirklichkeit fehlt der Gesellschaft immer mehr Essentielles, nicht Materielles.
Wonach sehen wir uns wirklich?
Alles ruft schon lange nach dem Einfachen, dem schier Wertlosen, ferner nach Tätigkeiten, die der Seele gut tun. Bescheidenheit und Mäßigkeit pflegt man nicht, um die Welt zu retten, sondern in erster Linie für sich selbst, seinen Körper und seine Seele und gleichzeitig auch für die nächsten Generationen.
Hier sollte auf keinem Fall gepredigt oder missioniert werden. Die Besucher der alten Volksschule sollten nicht verleitet werden, zu Höhlen und Keulen zurückzukehren. Hier sollte auf einfache praktische Weise die Gewissheit vermittelt werden, dass jeder auf seine Weise aus einem halbwegs nachhaltigen Leben sofort einige positive Effekte ernten kann.
Begründer der Ausstellung, aber immer noch kein Vorbild
Ich persönlich bin noch immer nicht ein großes Vorbild. Ich lebe nachhaltiger als früher weil ich mir zum Einen Vieles schlicht finanziell nicht leisten kann, zum Beispiel Fernreisen, Flüge, Dicke Autos etc. und zum Anderen durch mein Heim die alte Volksschule und seiner Einrichtung bereits zwangsweise punkte. Durch dieses bescheidenere Leben dachte ich zwangsläufig mehr über Nachhaltigkeit nach und konnte darüber hinaus vieles verbessern. Doch der Weg ist noch weit.
So lade Sie gerne zum Verweilen und Genießen ein. „Nachhaltigkeit und wir“ sollte eine Ausstellung sein, die seine Besucher nicht belehrt, sondern ihnen gut tut. Sie soll zeigen, dass wir alle etwas zur Nachhaltigkeit beitragen können, der Eine etwas mehr, der Andere etwas weniger. Aber eines ist gewiss: Nachhaltiger zu leben macht Freude.
Nachhaltigkeit: Als Ausdruck stark strapaziert, aber einfach erklärt.

Wenn ein Waldbauer von seinen Vorfahren ein Stück Land erbt, weiß er von klein auf um eine goldene Regel: Er darf Bäume fällen, um sein Holz zu nutzen, aber er muss im selben Atemzug neue pflanzen. Ein guter Bauer arbeitet niemals nur für den schnellen Profit.
Er arbeitet immer für die übernächste Generation – für die Enkel, die er vielleicht selbst gar nicht mehr aufwachsen sieht. Wenn dieser Waldbauer jedoch so kurzsichtig und rücksichtslos wirtschaften würde wie unsere heutige moderne Gesellschaft, dann wäre der Wald in kürzester Zeit kahlgeschlagen oder vermüllt und kaputt, also ertraglos.
Genau dieses Bild des Waldes ist die reinste und älteste Metapher für das, was wir heute unter dem großen Begriff der Nachhaltigkeit verstehen. Es wirft die fundamentale Frage auf, wie wir eigentlich leben, konsumieren und miteinander umgehen wollen, um diese Welt für unsere Enkelkinder lebenswert zu hinterlassen.
Die Antwort darauf liegt meist nicht in komplexen Theorien, sondern in einer spürbaren Rückkehr zu echter Zukunftsverantwortung. Die Antwort liegt im bewusstem Maßhalten und einer tiefen Wertschätzung für die Ressourcen der Erde. Echte Zukunftsfähigkeit bedeutet am Ende schlichtweg, die ökologische Balance unseres Planeten so zu respektieren, dass das lebendige Netzwerk der Natur intakt bleibt.
Es ist ein Plädoyer für ein Leben in Einklang mit der Natur, das uns daran erinnert, dass ein enkeltauglicher Lebensstil kein schmerzhafter Verzicht sein muss, sondern eine Bereicherung für die eigene Seele sein kann.
sammlunghirschfeld steht für Nachhaltigkeit und Authentizität, eine Ausstellung ab Sommer 2026
Die Philosophie hinter der Ausstellung sammlunghirschfeld ist es, dem Besucher Gegengewichte zum gesellschaftlichen Wettrüsten der Oberflächlichkeit, übertriebener Technik, Billigproduktionen und medialer Ablenkung zu bieten. Der Besucher soll die Botschaft der Nachhaltigkeit mit seinen eigenen empirischen Erfahrungen durch das Gebäude selbst, die Exponate und die Geschichten und Texte individuell erleben und nachempfinden.

Treten Sie in die Thematik ein!
